check-circle Created with Sketch.

Back into the Real-Life

Immer mehr Kinder und Jugendliche verbringen ihre Freizeit zu einem großen Teil vor dem Bildschirm. Sie spielen an Spielkonsolen, PC´s, Tabletts oder Smartphones, ihre sozialen Kontakte funktionieren über soziale Netzwerke wie "Facebook" oder "twitter" , über Messenger wie "WhatsApp", Email oder SMS . Für die meisten Kinder und Jugendliche ist dies eine Freizeitbeschäftigung wie andere auch und eine Erweiterung ihres Spiel- und Kontaktverhaltens. Die Erweiterung des sozialen Raumes kann sogar einen Beitrag zum entwicklungspsychologisch notwendige Probehandeln von Kindern und Jugendlichen leisten. Die in weiten Gesellschaftsteilen immer umfänglichere, dauerhafte Verfügbarkeit dieser sozialen Ersatzräume, kann aber für anfällige Menschen auch Gefahren bergen.

Wenn die Beschäftigung mit dem virtuellen Raum zur alleinigen Freizeitbeschäftigung wird, wenn soziale Kontakte an erster Stelle oder nur noch über den Bildschirm bestehen, wenn darüber hinaus soziale Ängste und depressive Verstimmungen bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen deutlich werden, sollte überprüft werden, ob aus der Beschäftigung mit dem Bildschirm eine Abhängigkeit vom Bildschirm (Computerspielsucht und / oder Internetsucht) geworden ist.

Die exzessive oder ausschließliche Beschäftigung mit dem virtuellen Raum (Spiel- und/oder Internet) kann gravierende Folgen haben:

  • soziale Probleme in der Familie, im Freundeskreis, in der Schule oder am Ausbildungsplatz;
  • (vollständiger) sozialer Rückzug;
  • emotionale Probleme wie Depressivität und soziale Angst außerhalb der virtuellen Welt;
  • schulisches Versagen, Schulverweigerung, Verlust des Ausbildungsplatzes;
  • körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Rückenprobleme, Essstörungen;
  • Konzentrations- und Leistungseinbußen.

 

Ziel unserer Beratung und Behandlung ist es, mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen einen Weg zurück aus der virtuellen Welt in die reale Welt zu bahnen. Der Faszination und den endlos erscheinenden Möglichkeiten der virtuellen Welten die Möglichkeiten, Chancen und die Faszination des realen Lebens, des "Real-Life", gegenüberzustellen und wieder neue Motivation für die erfolgreiche Bewältigung des Alltags zu schaffen.

Zielgruppe:

Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahre, bei denen eines der folgenden Problemfelder vorliegt:

  • Exzessives PC- oder Konsolenspiel, mit Beeinträchtigung der altersangemessenen Alltagsbewältigung und der sozialen Kontakte außerhalb des Spielraumes;
  • Exzessiver Konsum von Internetinhalten insbesondere im Bereich sozialer Netzwerke (Facebook, twitter etc.) oder Chats, mit Beeinträchtigung der altersangemessenen Alltagsbewältigung und der sozialen Kontakte außerhalb des Internet;
  • Depressive Störungen und/oder soziale Ängste gekoppelt an exzessiven Medienkonsum als dysfunktionaler virtueller Flucht- oder Ausgleichsraum;
  • Störungen aus dem Spektrum des ADHS gekoppelt an exzessiven Medienkonsum als dysfunktionaler virtueller Ersatzraum für Aufmerksamkeitsfokussierung und passagere Befriedigung durch schnelle Erfolgserlebnisse (gerade durch das ansonsten problematische Aufmerksamkeitsswitchen),
  • Störungen der Persönlichkeitsentwicklung gekoppelt an exzessiven Medienkonsum als dysfunktionaler virtueller Ersatzraum zur passageren Bedürfnisbefriedigung;
  • Störungen der schulischen Leistungsfähigkeit und der sozialen Integration gekoppelt an exzessiven Medienkonsum.

Angesprochen sind zudem: Eltern von Kindern mit obigen Problemfeldern, die bereits einen deutlichen Leidensdruck erleben, selbst wenn der exzessive Medienkonsum vom betroffenen Kind als noch nicht belastend erlebt wird.


 

Unser Angebot:

  • Diagnostik auf Basis klinisch-psychologischer Fragebögen und Interviews zur Klärung einer Computerspiel- und Internetabhängigkeit sowie weiterer Diagnostik in Abhängigkeit zum vorliegenden Problemfeld, projektive Diagnostik, Anamnese und ggf. weiterer Untersuchungen im Rahmen der allgemeinen Ambulanz;
  • Beratung des Patienten und seiner Eltern hinsichtlich Behandlungsmöglichkeiten in und außerhalb unserer Einrichtung;
  • Störungsspezifische Gruppenpsychotherapie für eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern auf Basis systemischer und verhaltenstherapeutischer Konzepte;
  • Störungsspezifische Familientherapie auf Basis systemischer und verhaltenstherapeutischer Konzepte;
  • Bei Notwendigkeit: Anbahnung stationärer Behandlung in unserem Hause bzw. Vermittlung von stationären Behandlungsplätzen in störungsspezifischen Gruppen (altersabhängig) in überregionale Therapieeinrichtungen;
  • Im Rahmen einer Therapie und/oder der Beratung der Sorgeberechtigten erfolgt auf deren Wunsch hin die Kooperation mit Schule, Jugendhilfeeinrichtungen, Jugendamt etc.

Wie bekommen Sie, wie bekommst Du Kontakt:

Die schnellste Möglichkeit besteht über eine persönliche Vorstellung in unserer offenen Sprechstunde (OSP), die einmal wöchentlich Montags in der Zeit von 8.30 bis 9:30 Uhr stattfindet. Hier haben Sie und ihr Kind ein Vorgespräch, ggf. findet auch ein erstes Screening per Fragebogen statt und meistens kann bereits ein Termin für die spezielle Sprechstunde für Computerspiel- und Internetabhängigkeit vergeben werden. Ist dies ausnahmsweise nicht direkt möglich, melden wir uns innerhalb weniger Tage telefonisch bei Ihnen, um einen Termin zu vereinbaren.

Wenn Ihnen der Besuch der offenen Sprechstunde nicht möglich ist, besteht auch die Möglichkeit einer telefonischen Voranmeldung über unsere zentrale Rufnummer: 0231 913019-0. 

 

Zum vereinbarten Termin bitten wir darum, die Krankenkassenkarte sowie ggf. den Überweisungsschein ihres Haus- oder Facharztes mitzubringen. Zudem ist es hilfreich, vorhandene Vorbefunde mitzubringen oder durch einen etwaigen Vorbehandler postalisch zustellen zu lassen.